Excire Forum

Normale Version: Bildauswahl / Culling
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Liebe Excire Foto Nutzer und Freunde,

wir würden gerne von euch wissen, nach welchen Kriterien ihr eure Fotos auswählt? Wie entscheidet ihr, ob ihr ein Foto behaltet oder welches Foto in eurem Fotoalbum landet? Was ist für euch ein gutes Foto und welche Eigenschaften haben die schlechten?

Wir würden uns über euer Feedback freuen, das wir gerne als Grundlage für eine zukünftige Culling-Erweiterung nehmen würden.

Schreibt uns hier doch einfach, welche Aspekte für euch bei einer Fotoauswahl wichtig sind.


Viele Grüße

Thomas
Hallo Thomas ,

mir ist die Aufgabenstellung noch nicht ganz klar. Die Beurteilung eines Fotos erfolgt für mich auf zwei unterschiedlichen Ebenen:
A - auf der technisch-handwerklichen Ebene und
B - auf der ästhetisch-emotionalen Ebene.

Ich denke zum Punkt A lassen sich einige Grundlagen verallgemeinern, mit deren Hilfe automatisiert Vorschläge für auszusondernde Fotos gemacht werden können (Focus, Über- bzw. Unterbelichtungen u.ä.). Der Begriff "Culling" zielt ja wahrscheinlich auch in diese Richtung.

Beim Punkt B bin ich sehr skeptisch, dass hier allgemeingültige Kriterien entwickelt werden können. Ist der Sonnenuntergang nun schön oder kitschig?
Auch hätte ich Schwierigkeiten, meine Auswahlgründe für oder gegen ein bestimmtes Foto ausreichend formulieren zu können. Wenn ich Schönheit oder Ästhetik in Worte fassen könnte, würde ich Bücher schreiben und nicht fotografieren.

Vielleicht könntest Du ja noch Eure Intentionen etwas präzisieren. Ich denke, dann werden auch mehr Nutzer antworten.

Viele Grüße
Thomas
Hallo,
der vorherige Beitrag fasst es m.E. gut zusammen. Manche Eigenschaften fallen evtl. in eine dazwischenliegende Kategorie, bspw. Objektpositionen im goldenen Schnitt (messbar, aber mit Einfluss auf die Ästhetik).
Eine zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, dass es ästhetische Bilder gibt, die bei einer rein technischen Bewertung schlecht abschneiden würden, bspw. wegen Unschärfe.

Ich bin gespannt, ob mit der KI etwas Sinnvolles möglich sein wird, wissenschaftliche Arbeiten gibt es ja einige. Bei eurer Ästhetikdemo unter http://demos.excire.com/aesthetics/ hatte ich bei einem kurzen Test eher weniger nachvollziehbare Bewertungen erhalten.
Hallo,

also ich finde das Excire Ästhetik Demo eigentlich schon sehr gut und treffend. Wie bei der KI Verschlagwortung finde ich, stimmt es nicht immer zu 100%. Zudem sind ja bekanntlich Geschmäcker unterschiedlich.

Ich finde das Thema "Culling" recht spannend, Fotos, bei denen Personen zum Beispiel die Augen "halb" offen (oder geschlossen?) haben, werden bei mir oft aussortiert. Komplett geschlossen könnte hingegen wieder etwas sein, dass man gewollt fotografiert hat.

Ich habe keine Ahnung was KI leisten kann. Unscharfe Fotos durch Verwacklung wäre ein Kriterium, doch was, wenn ich dies als Effekt nutze? Nur wenig Schärfentiefe (Bokeh?) ist auch so eine Sache, kann KI denn bestimmen was in einem Foto hätte "in Fokus" sein sollen, falls der Fokus mal nicht sitzt? Bei JPG Aufnahmen der falsche Weißabgleich? Hier sind ja oft Rettungsmaßnahmen vergeblich also ab in die Tonne? Auch hier könnte es Gestaltungsmittel gewesen sein.

Aber generell würde zustimmen es gibt technische und ästhetische Bewertungen die ein Bild zum culling qualifizieren, insbesondere, wenn es mehrere Versionen von einem Bild gibt ist culling bestimmt hilfreich.

Mir ist klar, dass ein KI basiertes Culling nur als Unterstützung dienen und nur Vorschläge machen kann, die Entscheidung liegt letztendlich bei der Fotografin bzw. Fotografen.

Es kann ja auch sein, dass ich auch "schlechte" Bilder behalten möchte, zum Beispiel als Andenken usw. auch hier insbesondere dann, wenn ich keine "besseren" Versionen oder Alternativen zum Bild habe.

Wie gesagt, das Thema ist echt spannend und man könnte Romane schreiben. Ich finde das echt ein sportliches Vorhaben...
Liebes Excire-Team,

ich hatte in meinem Beitrag vom 18.3. nach einer Präzisierung der Aufgabenstellung gefragt. Bis jetzt ist keine Reaktion von Eurer Seite erfolgt. Auch das Interesse von Seiten anderer Nutzer hält sich in Grenzen.
Andererseits halte ich die Thematik aber durchaus für wichtig, so dass ich nun mal versuche, etwas Diskussionsstoff zusammenzutragen.

Vielleicht ist es hilfreich, sich an der Zielstellung "Culling" zu orientieren. Ich verstehe das so, dass Excire dem Nutzer Hilfestellungen für das Aussortieren unerwünschter, überflüssiger Fotos anbietet. Excire ist ein Programm zur Verwaltung großer Foto-Datenbestände. Es sollten also Routinen installiert werden, mit denen ganze Verzeichnisse, eine bestimmte Auswahl von Fotos oder der gesamte Datenbestand in einem Ritt analysiert werden können und als Ergebnis verschiedene Kriterien, die als Entscheidungsgrundlage für die Aussonderung dienen können, aufgelistet werden. Zu jedem Kriterium wird die Anzahl der gefundenen Fotos aufgeführt und der Nutzer kann sich per Mausklick die jeweils gefundenen Foto-Dateien ansehen und bei Bedarf löschen (oder auch in einen Quarantäne-Ordner verschieben).
Kriterien könnten technischer Art oder auch ästhetischer Art sein.
Beispiele für ästhetische Gründe zur Aussortierung: Abweichungen vom goldenen Schnitt, Motiv stellt essenden Menschen dar, verzerrte Gesichtsausdrücke, geschlossene Augen ...
Beispiele für technische Gründe zur Aussortierung: fehlendes Motiv (z.B. beim versehentlichen Drücken des Auslösers), Unschärfe (im gesamten Bild oder auch bzgl. des Motivs), Über- bzw. Unterbelichtung u.a.
Es könnten m.E. auch Kriterien aufgenommen werden, die nicht unbedingt zur Aussortierung des jeweiligen Fotos führen, sondern anhand derer eine Nachbearbeitung zur Bildkorrektur vorgenommen werden kann (z.B. schiefer Horizont, falsche Bildorientierung, Weißabgleich, Belichtungskorrekturen o.ä.). Da die Bildkorrekturen üblicherweise mit externen Programmen erfolgt, müsste die "Öffnen mit ..."-Funktion komfortaler gestaltet werden. Manuell ausgelöste Routinefunktionen wie z.B. Wieder-Import in Excire, Synchronisieren, Vorschau erstellen u.ä. sollten automatisiert werden.

In diesem Zusammenhang ist auch die Behandlung von Duplikaten zu sehen. Im Forum wurde dazu ja schon mehrfach diskutiert. Duplikate können entstehen durch beabsichtigte oder auch unbeabsichtigte Kopie von Dateien auf dem Rechner. Bei bestimmten Motiven (z.B. Tiere) lässt man aber auch manchmal den Finger auf dem Auslöser in der Hoffnung, später aus der Menge der Bilder ein geeignetes rausfischen zu können. Die überschüssigen Bilder sind im Prinzip Quasi-Duplikate, die auch ausgesondert werden können. 

Wichtig ist, dass in jedem Falle der Nutzer die letzte Entscheidung über Löschen oder Nicht-Löschen treffen kann. Die Software sollte nur Hilfestellung bei der Auswahl und gegebenenfalls Empfehlungen geben. Gerade vermeintliche Fehler werden oft als gewünschte Gestaltungsmittel benutzt. Für die Entscheidungsfindung des Nutzers ist eine Vergleichsansicht (ähnlich wie in Lightroom) sowie die Unterstützung eines zweiten Monitors sehr hilfreich.

Das wären die Aspekte, die mir augenblicklich zur Thematik "Bildaussonderung mit Excire-Foto" einfalllen. Vielleicht geben sie ja einen Anstoß zur intensiveren Diskussion im Forum.
Viele Grüße
Thomas
Das ist nicht einfach zu beantworten: Wir können einfach nur dokumentieren, je nach Auftrag. Für mich spielt die Lichtkomposition und Einzigartigkeit des Bildes eine grosse Rolle...Dann noch Drittelregel, goldener Schnitt oder so etwas..
Die meisten Dinge muss der Mensch selber entscheiden. Unbeabsichtigte Unschärfe entdecke ich auch selbst schnell...
Das Aussortieren unbrauchbarer Bilder erledigt sich bei mir bereits vor dem Einfügen in Excire.
Was übrig bleibt sind die Originale, die bearbeiteten Bilder und Bildversionen, die es evtl. später noch schaffen könnten in die zeigbaren Bilder aufgenommen werden zu können.
Die letzte Kategorie ist manchmal mein Sorgenkind. Zu gut zum wegschmeissen, aber eigentlich gibt es die beste Auswahl bereits.
Mit den Flaggen und Farben kennzeichne ich diese 3 Kategorien.
Schlagwortbereinigung mache ich nur für die akzeptierten Bilder.
Nach der Datensicherung und ein paar Monaten Wartezeit (in der die evtl.-Kandiaten meist vergessen werden) fliegt auf Knopfdruck alles ausser den bearbeiteten Bildern wieder raus.

Die Beurteilung und das Culling ist bei mir die Aufgabe der Bildbearbeitung VOR Excire. In der Bildbearbeitung existieren alle Werkzeuge für diese Aufgabe bestens, das sehe ich nicht als Aufgabe von Excire.
Danke an alle, die bisher ihre Gedanken und Anregungen beigetragen haben.
Wir möchten bewusst viele Gedanken und breit gestreut zu diesem Thema sammeln.
Es geht uns darum, zu erfahren, wie Fotografen bei der Bildauswahl denken und arbeiten.
Deshalb gibt es hier auch kein richtig oder falsch. Wir möchten einfach wissen, wie ihr das macht.
Sehr wichtig für mich ist der schnelle Vergleich der Qualität der Fotos, aus diesem Grund finde ich es unabdingbar in die größtmögliche Auflösung gehen zu können und auch ein Vergleichsbild daneben zu legen. Gerade bei Bildreihen wäre ein solche Leuchttisch-Sicht klasse.
Danke und viele Grüßen
Michael
(17.03.2021, 15:18)ExcireThomas schrieb: [ -> ]wir würden gerne von euch wissen, nach welchen Kriterien ihr eure Fotos auswählt? 

Im Rahmen des Programms ist die Schärfe sicher das wichtigste Kriterien, alles andere fällt m. E. unter "Handarbeit". Meine Traumvorstellung:
Um die Schärfe zu beurteilen wäre es gut 1-4/8/??) Bilder auswählen zu können, je nach Anzahl der Bilder wird (automatisch) eine "Kachelanzeige" für diese Bilder geöffnet. Alle Bilder verkleinert auf Gesamtansicht, dann wählbar auf 1:1. Verschieben des Ausschnitts verschiebt synchron alle Bilder. Bei gedrückter Shift(STR/ALT/CMMD) - Taste wird nur der Ausschnitt des Bildes verschoben, in dem der Cursor sitzt, um Objekt-/Kamerabewegungen auszugleichen.
Das wars auch schon!
Sterne/Flaggen/Farben müssten natürlich zuordbar sein, gerne auch die Löschfunktion. Mit ESC zurück zur vorherigen Ansicht. Bitte auch gerne mit Anker, wenn man nicht ganz oben ist. Derzeit muss man noch durch die vorherige Ansicht bis zu dem Punkt hinscrollen, wo man die Ansicht gewechselt hat, das ist ein bißchen zeitintensiv.
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