Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bildauswahl / Culling
#11
(17.03.2021, 15:18)ExcireThomas schrieb: ...Was ist für euch ein gutes Foto und welche Eigenschaften haben die schlechten?...

(18.03.2021, 16:16)Thomas schrieb: ...
A - auf der technisch-handwerklichen Ebene und
B - auf der ästhetisch-emotionalen Ebene.
...


Mmmh. Anfangs musste ich über manche Schlagworte Schmunzeln. Aber das Schmunzeln ist mir nach etwas überlegen vergangen: Vielleicht leistet die KI auch auf Ebene B schon Dienste?

Bei einem Bild von einer (etwas kleinen) Taube in einer vertrockneten Tanne vergab die KI die Schlagworte Insekt / Spinne.

Totaler Quatsch? Nein! Für ein Bild von einer Taube taugt das Foto in gewissen Sinne nicht. Bei anderen Bildern wurde nicht nur "Vogel", sondern auch "Taube" richtig verschlagwortet. Es geht also. Und damit meine ich, es geht, eindeutigere Bilder zu machen. Wenn also ein Kind ein Bild von einer Taube haben will, sollte ich nicht das Bild mit der "Spinne" verwenden.

Bei Bildern im Sinne von "Keep it simple" leistet die KI also schon jetzt ebenfalls gute Dienste...
Zitieren
#12
Nachdem ich die Fotos von der Kamera auf den PC geladen habe, werden in einem ersten Durchlauf alle Bilder gleich gelöscht, die mir überhaupt nicht gefallen.
Kriterien hierfür sind: Total unter-/überbelichtet, Bild unscharf bzw. verwackelt, Komplett falscher Ausschnitt. Das heisst auch mit der EBV lässt sich nichts mehr retten.

Bilder die allenfalls mittels EBV aufgebessert werden können, die einen emotionalen Wert haben oder die einen speziellen Schnappschuss darstellen, bleiben vorerst noch im Ordner.
Nachdem ich dann die Bearbeitung vorgenommen habe entscheide ich nochmals welche gelöscht werden. Wenn ich von einer Situation mehrere habe die sehr ähnlich sind, werden die schlechteren auch gelöscht.

Dies sind natürlich alles individuelle Entscheidungen, die bei jedem wieder anders gewichtet werden. Der Grund für dieses Thema ist jedoch mit welchem Algorithmus man Ästhetik bewertet. Ich bin hier etwas skeptisch; denn irgendwann werden Bilder nur noch nach einem Schema eingeteilt und die künstlerische Auseinandersetzung ist sekundär.

Obwohl es natürlich auch formale Kriterien gibt wie Goldener Schnitt, Drittelregel, Fibonaccispirale, Über-/Unterbelichtung und Farbharmonie, wird die Bewertung wirklich künstlerische und hervorragende Fotos nicht als solche erkennen.

Ich hab mir mal den Spass gemacht und während 30 Min. bei Excire aesthetics meine Bilder eingegeben. Ich erzeilte Werte von 45%-85%. Gut die mit 45% waren wirklich bescheiden. Jedoch Fotos die bei mir bei 65% lagen, hätte ich höher gewertet. Mag sein, dass auch ich nicht objektiv war. Habe daraufhin ein paar der absoluten Top Fotos - und zwar Genreübergreifen - von 100 ASA & 500px ausgewählt und bewerten lassen. Die höchste Bewertung, welche das Programm vergab waren 91%.
Zitieren
#13
Für Excire aesthetics habe ich meine Frau und Bekannte ;-) Ansonsten sind die aesthetischen Argumente sicher bekannt, das würde ich für meine Bilder sicher nicht ernsthaft nutzen,
Zitieren
#14
Hallo,

ich nutze Excire grade mal seit zwei Tagen und bin noch dabei, mich mit dem Programm vertraut zu machen.
Da ich grundsätzlich Raw-Dateien fotografiere, werden die Bilder im ersten Durchgang mit Lightroom entwickelt. Primär liegt mein Blick auf der Schärfe, dann bei der Belichtung. Unterbelichtung ist okay. Überbelichtung kommt drauf an, was sich noch rausholen lässt.
Ästhetik ist nicht selten Geschmackssache, aber natürlich gibt es auch dafür objektive Kriterien, von denen einige im Thread auch schon erwähnt wurden.

Was mir allerdings bei der Verschlagwortung durch Excire aufgefallen ist - ich mache viel Konzertfotografie - dass das Programm eine Sängerin mit Mikrofon am Mund als Bartträger identifiziert.
mit den besten Grüßen
deondo
Zitieren
#15
Ich habe gerade diesen Beitrag entdeckt und halte das Thema (zumindest für mich) für völlig irrelevant.

Schon der Ansatz einer Aufteilung in die beiden Aspekte Technik & Handwerk sowie Ästhetik & Emotionalität ist irgendwie vollkommen daneben: man denke nur an viele großartige Fotografien von Reportern, die um die Welt gegangen sind, obwohl sie technisch und handwerklich beim besten Willen oft nur als mittelmäßig bezeichnet werden konnten; allein die Situation war entscheidend für die Aufnahme. Welche Entscheidung könnte eine KI hier treffen?
Und was den Aspekt der Ästhetik & Emotionalität angeht, da wird es dann ganz spannend; soll eine KI auf Grund allgemein akzeptierter Grundsätze (allen Interessierten seien die Bücher von Harald Mante oder Andreas Feininger empfohlen) entscheiden? Und wenn nicht, wer definiert die Kriterien?

Für die Verarbeitung meiner eigenen fotografischen Ergüsse habe ich einen (recht komplexen) Workflow erarbeitet: was technisch und handwerklich nicht so gelungen ist, verschwindet in der Regel im elektronischen Shredder (bis auf wenige Aufnahmen, die zwar technisch nicht so toll sind, aber für mich einen hohen emotionalen Wert besitzen), der Rest wird (teilweise in mehreren Stufen) ausentwickelt, verschlagwortet (mache ich auch in Zukunft lieber händisch ohne Excire!), nachbearbeitet (und dabei benötige ich (noch) keine KI, meine umfangreichen Versuche mit LuminarAI waren insgesamt nicht wirklich zielführend) und in einem Archiv mit festgelegter Struktur abgelegt.
Aus dieser Basis entstehen dann ggf. Diashows und Projekte (zu allem was mir Spaß macht).

Die Meinung anderer zu meinen Aktivitäten ist mir dabei ziemlich egal, denn es muß mir Spaß machen...
Zitieren
#16
Ich habe in der Demo mal ein paar Bilder hochgeladen. Erwartungsgemäß sind natürlich fast alle "traumhaft". Selbst die reinen Testbilder sind noch "gut". Ich gehe also davon aus, dass man schon echte Grütze hochladen muss, damit Excire ein "naja" ausspuckt.
Das Problem dabei ist, dass das professionell nicht nutzbar ist. Wenn ich von einem Ganzkörperfoto 50 "traumhaft" habe, hilft mir das nicht weiter. Denn natürlich sind alle scharf, richtig belichtet und der Bildaufbau stimmt. Hat man ja gelernt. Aber es geht drum, ob der Mundwinkel passt, die Falte des Kleids an der Schulter korrekt läuft und die Fußstellung optimal ist. Und da wäre tatsächlich ein Lupen-Lichttisch ein Gamechanger.
Denn beim Aussortieren hat man die grob Unscharfen und die völligen Ausfälle relativ schnell erledigt. Was Zeit kostet, ist die Entscheidung, welches Bild bei 30 nahezu identischen das Beste ist.
Zitieren
#17
Guten Abend!
Ich hab frühe fast alles mit Apple Aperture gemacht. Nach dem ich wieder eine Hochzeit Fotografiert habe wurde mir schmerzlich bewusst wieviel Komplizierter alles wurde. Und daher habe ich auch einige Culling-Apps getestet und hoffe das Ihr Euch diesen Thema annehmt.

Ich habe die Klassiker alle durch (Narrativ Select, Optyx, Cull IA, FilterPixel, Kodak). Keines erfühlte meine Erwartungen oder war eine grosse Hilfe.

Ich hätte gerne Folgendes:
Erstellung von Gruppen (Stapeln) von ähnlichen Bildern. Und dann sollte die Software Automatisch eine Reihung vornehmen.
Toll wäre auch wenn ich die Analyse in die Metadaten als Schlagwörter schreiben kann "Beste in Serie", "Lächelnden Gesichter", "Unscharf" "Probleme..."  (Ich finde Optxy kann das noch am besten).
Wenn diese auch für Natur Aufnahmen funktionieren würde wäre Hammer. (Cull AI)
Wenn die KI von mir trainiert werden könnte wäre das zusätzlich ein Hit.

Ein Probleme war das die Sony A1 nur von einer App unterstützt wurde.

Workflow: Die Vor-Auswahl der Bilder treffe ich jetzt mit Adobe Bridge. Ich bearbeite meine Bilder mit Capture One - die Fotobücher erstelle ich mit SmartAlbums zur Verwaltung und Verschlagwortung nutze ich ExcireFoto.

Noch eine Anmerkung: Über eine Geolocation Funktion in Excire - welche mit den GPS Koordinaten die Orts Infos ergänzt wäre ich auch sehr Happy das C1 das nicht kann.

Danke für Eure tolle Arbeit!

LG Andi
Zitieren


Gehe zu: